„Von Null auf Orkanstärke“ – Unwetterwarnungen wegen Orkan „Harry“

In wenigen Stunden hat sich über dem Atlantik ein beachtliches Orkantief aufgebaut. Der Deutsche Wetterdienst spricht von einer „außergewöhnlichen Entwicklung“. Auf der Route des Sturms bestehen ernste Wetterwarnungen. Deutschland bekommt davon nur noch die Ausläufer ab. Doch auch hier verschärft sich das Wetter wortwörtlich von heute auf morgen.

Orkantief „Harry“ zieht vom Atlantik her über die britischen Inseln. Teile Großbritanniens und Irlands müssen sich auf „teilweise sehr schadensträchtige Orkanböen“ von bis zu 150 km/h einstellen, schrieb der Deutsche Wetterdienst DWD. Gleichzeitig wird das Wetter in Deutschland intensiviert. Von Westen aufkommenden Regen- und Schneefälle sorgen morgenfrüh gebietsweise für gefährliche Glätte. Im Süden Deutschlands wird heute Nacht gar eine „Schneebombe“ erwartet, so Meteorologe Jan Schenk von weather.com.

Gefährliche Straßenverhältnisse ab Mittwoch
Auch der DWD rechnet mit Schnee und warnt vor einer Gefahrenlage durch gefrierenden Regen und Glatteis-Bildung. 20 bis 50 Zentimeter Neuschnee könnten im Allgäu fallen. In tieferen Lagen erwartet Schenk immerhin noch fünf Zentimeter, was die Straßenbedingungen bereits empfindlich verschlechtern kann.

Im Osten und Nordosten kommt die Schneefront etwas verspätet an. Dort schneit es ab Donnerstag und teilweise bleibt das kalte Nass auch liegen. In Mecklenburg-Vorpommern können bis zu zehn Zentimeter liegen bleiben. Aber auch die Berliner müssen sich auf erschwerte Straßenverhältnisse zum Ende der Woche einstellen.

Ein Ende ist allerdings schon in Sicht. Am Wochenende soll es wieder wärmer werden. In den tieferen Lagen dürfte das Weiß dann wieder gänzlich verschwinden.

Extremwetter in der Nordhälfte Europas
Für Großbritannien und Irland bringt „Harry“, der dort „Barra“ genannt wird, teilweise starke Schneefälle und Sturmfluten. Die Wetterdienste sprechen von heftigen Winden mit zerstörerischen Wellen. Der hinzukommende Schnee macht die Lage nicht einfacher. In Teilen Irlands wurde die Stromversorgung bereits unterbrochen. Schon am frühen Nachmittag waren hier Winde von bis zu 130 km/h über die Landschaft gefegt. Hinzu kamen Überflutungen an den Küsten. Schwerpunkt des Unwetters ist vor allem der Südwesten um die Stadt Cork. In Großbritannien verursacht „Barra“ heute erste Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume und Schneeblockaden.

Auch nach Schweden blicken die Meteorologen mit Aufmerksamkeit. Dort wurden heute Nacht Tiefsttemperaturen von -43,8 Grad gemessen. Das ist tödliche Kälte und ein Rekord-Wert für Schweden. Seit 35 Jahren wurden so niedrige Temperaturen dort nicht mehr gemessen.

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