Waffenstillstand gebrochen: Alter Konfliktherd rückt erneut in den Fokus

Neben dem Krieg von Russland in der Ukraine und den Spannungen zwischen China und Taiwan rückt offenbar ein weiterer, für lange Zeit nicht beachteter Konfliktherd nun wieder in den Mittelpunkt. So spitzt sich offenbar die Situation um die Region Berg-Karabach wieder zu. Sowohl Armenien als auch Aserbaidschan berichten, dass eigene Soldaten bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen sein sollen. Auch sollen Drohnen zum Einsatz gekommen.

Medienberichten zufolge sind die Kämpfe um die Region Bergkarabach zwischen den beiden ehemaligen Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan wieder ausgebrochen. Dabei hat nach eigenen Angaben die aserbaidschanische Armee mehrere Höhenzüge erobert. Bei den Auseinandersetzungen seien auch mehrere armenische Kämpfer ums Leben gekommen. Von der Gegenseite kam der Vorwurf, dass damit die geltende Waffenruhe aus dem Jahre 2020 gebrochen worden sei. Gleichzeitig bestätigte Armenien, dass mindestens ein Soldat ums Leben kam. Gestorben ist dieser bei einem Beschuss durch gegnerische Drohnen.

Darüber hinaus erlag ein Kämpfer aus Aserbaidschan seinen Verletzungen, nachdem es aus der neutralen Zone, die zur Überwachung des Waffenstillstandes mit russischen Soldaten besetzt ist, zu einem Beschuss kam. Aus Moskau ist der Regierung in Baku vorgeworfen worden, die Waffenruhe zu verletzten. Die Lage vor Ort, besonders die in der von russischen Militärangehörigen kontrollierten Sicherheitszone, werden derzeit immer beunruhigender.

In der umkämpften Region Bergkarabach leben mehrheitlich Armenier, wurde aber zu Zeiten der Sowjetunion Aserbaidschan zugeordnet. Nachdem das Riesenreich in den 90er-Jahren zusammengebrochen war, hatte sich die Region Bergkarabach als unabhängig erklärt und nannte sich fortan „Republik Arzach“. Dabei wurde sie von Eriwan unterstützt und endete 1994 mit einem vorläufigen Sieg durch Armenien im Krieg gegen seinen Nachbarn. Doch kam es nicht zur erhofften Anerkennung der Region auf internationaler Ebene. Im Jahr 2020 flammte dann der Krieg erneute auf, der in einem erheblichen Landgewinn für Aserbaidschan und einer gemeinsamen Waffenruhe endete.

Russland vermittelte damals das vorläufige Einstellen der Kampfhandlungen. Armenien musste in diesem Zusammenhang einen großen Teil der Gebiete an den Nachbarn abtreten und führte dazu, dass Bergkarabach für Armenien lediglich über einen Korridor, der von russischen Friedenstruppen überwacht wird, erreichbar ist. Doch kam es immer wieder zu einer Verletzung der Waffenruhe.

Ein Kommentar

  1. Nach Russen und Chinesen muss was neues kommen, denn die Ersten sind zu stark – da reichen keine Stellvertreter. Ich ahne schon, wer nach Karabach kommen könnte. Da wird der Dritte Weltkrieg erneuert, weiter geführt, und der Alte könnte der letzte Präsident des geraubten Landes sein. Endlich werden wir größer und freier. Dann kaufen wir da wo wir wollen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.